Patenschaften für Waisenfamilien in Ruanda

Der Völkermord 1994 hat eine Million Menschenleben gekostet und auch viele Familienstrukturen in Ruanda zerstört. Viele der Überlebenden waren in den ersten Jahren schwer traumatisiert, unfähig sich erneut an Mitmenschen zu binden oder für sie Verantwortung zu übernehmen. Allzu oft galt das sogar für die eigenen Kinder.

So wuchsen viele Kinder ohne emotionale oder praktische Unterstützung ihrer Eltern, der Verwandten oder Nachbarn auf. Sie wurden in keiner Weise auf das Leben vorbereitet, wie es früher selbstverständlich war. Stattdessen mussten sie ohne das Vorbild der Eltern aufwachsen und wurden über Nacht „erwachsen“.

Die älteren Geschwister waren plötzlich allein dafür verantwortlich das Feld zu bestellen, die kleineren Geschwister zu versorgen und Essen zu kochen – was für sie oft eine totale Überforderung war, nicht zuletzt auch wegen der Mangelernährung in der schweren Zeit nach dem Völkermord.

Mittlerweile sind diese Kinder alle volljährig, und viele von ihnen möchten gerne eine Ausbildung machen oder eine Studium absolvieren. Durch eine Patenschaft für diese sogenannten  „Kinderfamilien“ (OHH – Orphan Headed Households) wird ein Teil der Studiengebühren und des Lebensunterhaltes übernommen und dadurch der wirtschaftliche Druck verringert.