Eine aktuelle Zusamenfassung

Das Coronavirus ist ja mittlerweile überall auf der Welt verbreitet – so auch in unseren 3 Ländern Uganda, Kenia und Ruanda. Alle 3 Länder befinden sich seit Mitte März im Ausnahmezustand und wie bei uns wurden Schulen, Kirchen, Geschäfte und Restaurants geschlossen und eine weitgehende Ausgangssperre verhängt.

Diese Ausgangssperre trägt mit zur allgemein schlechten Versorgungslage bei. Die Familien unserer Patenkinder und –senioren lebten bereits vor Corona zumeist „von der Hand in den Mund“ als Tagelöhner und einfache Arbeiter. Sie durften nun nicht mehr arbeiten, weder auf dem Bau noch als Wäscherin usw. Auch Menschen mit einem kleinen Geschäft, wie eine Schneiderin, fehlen die Kundschaft und sie verdienen kein Geld mehr.

Hinzu kamen die Heuschreckenschwärme, die sich durch Uganda und Kenia fraßen (Ruanda blieb davon verschont) und die Ernte dezimierten. Jedoch war hier hauptsächlich der Norden und Westen betroffen und Uganda ging massiv mit Insektiziden dagegen vor. In Teilen Kenias kamen zu den Heuschrecken noch starke Überschwemmungen hinzu. Auch in Uganda regnet es zurzeit stark, d.h. es drohen Überschwemmungen, die die Ernte vernichten bzw. schädigen können.

Aus UGANDA berichtet die Leiterin unserer Partnerorganisation Mission for All Sylvia Nakimuli:

Viele Menschen haben mittlerweile ihr Gespartes aufgebraucht und die Ausgangssperre hält weiter an. Die meisten Ugander sind mittlerweile arbeitslos. Es gibt zwar genügend Waren und auch der Warentransport aus Kenia und Tansania klappt zumindest in Zentraluganda, doch die Menschen haben immer weniger Geld, um Lebensmittel zu kaufen. Die Regierung versucht mit der Verteilung von Lebensmitteln  zu helfen, so gut sie kann, besonders bei denen, die keinen Garten haben und in Slums wohnen. Aber auch Menschen mit einem Garten können nur etwas ernten, wenn sie bereits zum Jahreswechsel den Garten bebaut haben. Zudem stehlen hungrige Menschen die Ernte zum Überleben. Viele Menschen leben zudem zur Miete, die sie ohne Verdienstmöglichkeiten nicht mehr zahlen können. Manche sparen so viel wie möglich am Essen und essen nur noch eine Mahlzeit täglich. Und je länger die Ausgangssperre dauert, des mehr verschlimmert sich ihre Versorgungslage.

Doch nicht nur in vielen Familien unserer Patenkinder gehen die Vorräte zur Neige, auch bei unseren Mitarbeitern, denn sie haben noch zusätzliche Kinder bei sich aufgenommen. Weil sie bereits zu Beginn der Ausgangssperre befürchteten, die Kinder in unserem Straßenkinderheim Ebenezernicht gut versorgen zu können, haben ganz viele Mitarbeiter einige dieser Kinder bei sich aufgenommen. So hat z.B. unsere Sozialarbeiterin Ruth zu ihren 3 eigenen Kindern noch 5 Ebenezer-Kinder mit zu sich genommen.

Eva ist die Hausmutter für die Mädchen im Ebenezer-Heim. Sie nahm 3 der Mädchen mit zu ihrer Mutter, die nur einen kleinen Garten hat und ohnehin nur wenig anbauen kann. Eva und ihre Mutter dachten – wie wohl alle – dass die Ausgangssperre nur einen Monat dauern würde. Sie durften auch einiges an Lebensmitteln aus den Ebenezer-Vorräten mitnehmen und kamen anfangs gut zurecht. Doch dann wurde die Ausgangssperre immer wieder verlängert und das Essen wurde knapp. Um Nahrungsmittel zu sparen, strichen sie das Frühstück und es gab nur noch Mittag- und Abendessen. Nun wurde die Ausgangssperre nach 45 Tagen nochmals um 14 Tage verlängert und es reichte nicht mehr. Eva benachrichtige Sylvia und bat um Rat und Hilfe. Eines der mitgenommenen Mädchen ist zudem HIV+ und braucht regelmäßig Essen für ihre Immunabwehr. Sylvia versuchte zu helfen und schickte daraufhin Geld via Handy zu Eva (das ist in Uganda schon seit Jahren gängige Praxis). Eva konnte so neue Nahrungsmittel einkaufen und auch das Mädchen zu Kontrolluntersuchungen ins Krankenhaus bringen. Aber lange können sie so nicht mehr durchhalten.

Unsere Kollegen von Rotom, die sich um die Senioren in Uganda kümmern, packen „Versorgungskisten“ mit Lebensmitteln und Seife, die an die Senioren verteilt werden. Rotom hat eine Fahrerlaubnis für Krankentransporte bekommen. Das Fahrzeug steht auf Abruf an der kleinen Klinik bereit.  Ein Rotom-Senior ist Antonio. Er ist fast 80 Jahre alt. Er hat schwere Arthritis in den Beinen und kann nur schlecht laufen und daher auch im Garten nur noch sehr wenig anbauen – und das Wenige wurde ihm noch gestohlen. Seine Rettung ist diese Rotom-Versorgungskiste, denn ohne diese Lebensmittel, aber auch Seife und Streichhölzer, hatte er nichts mehr im Haus.

Unsere Sozialarbeiterin Joan, die in einem Dorf wohnt und sich dort trotz Ausgangssperre noch um unsere Senioren kümmern kann, berichtet, dass ganz viele junge Leute zurück in die Dörfer gekommen sind, die vorher in der Stadt gearbeitet haben. Besonders die jungen Männer berauben die Gärten und die Dorfgemeinschaft ist sehr beunruhigt. Gerade die alten Menschen haben nun zusätzlich zu Corona auch noch Angst vor Überfällen und Gewalt.

Die Lage der Menschen in RUANDA: Es gibt eigentlich ausreichend Lebensmittel – wenn man das Geld dazu hat. Es gibt keine Engpässe und alle Artikel sind vorhanden, denn der Warentransport funktioniert weiterhin. Wie in Uganda wurden auch hier die gestiegenen Preise staatlich überwacht, so dass es keine hohen Preissteigerungen gibt.

Auch hier versucht der Staat v. a. denen zu helfen, die keinen eigenen Garten haben. Die Ausgangssperre wurde am 4. Mai etwas gelockert. Ganz langsam beginnt sich das Leben zu normalisieren. Manche Tagelöhner können nun wieder arbeiten, z. B. auf dem Bau.

Als in KENIA die Schulen geschlossen wurden, hat unsere dortige Sozialarbeiterin Evelyne Timado 32 (!) unserer Patenmädchen, die nicht mehr nach Hause zurückkehren konnten, bei sich aufgenommen. Sie hat zwar ein großes Haus, denn in den Ferien hatte sie schon immer einige Patenmädchen bei sich wohnen, doch niemals so viele. Zwar haben sie mittlerweile weitere Beete angelegt, doch es wird dauern bis sie ernten können.

Die Ausgangssperre wegen Corona hat in allen 3 Ländern für große Probleme in der Bevölkerung gesorgt. Anders als bei uns, ist nicht die medizinische Seite vorrangig in den Gedanken der Menschen, sondern sie haben die reale Angst, (ver)hungern zu müssen, weil sie sich nichts mehr kaufen können.

Wenn Sie den Menschen in Uganda, Ruanda und Kenia helfen möchten, können Sie mit einer Spende die Versorgungslage stabilisieren bzw. verbessern. Mit Ihrer Spende werden Lebensmittel und andere nötige Dinge wie Seife gekauft. Unsere Sozialarbeiter vor Ort sorgen für eine gerechte Verteilung an diejenigen, die die Versorgungshilfe am nötigsten haben.

Unsere Bankverbindung: Evangelische Bank, IBAN  DE 22 5206 0410 0000 0000 94, Stichwort: 5935 Hungerhilfe

Gerne können Sie vermerken, in welches Land Ihre Spende gehen soll (Uganda, Ruanda, Kenia) und, wenn Sie noch zusätzlich möchten, bei Uganda noch genau bestimmen, ob es für die Kinder, Senioren oder Pygmäen sein soll.

Vielen Dank für alle Ihre Unterstützung, die den Menschen in Ostafrika zugutekommt. Ihre Gebete und Spenden helfen den jungen und älteren Menschen in Ostafrika, die eine ungleich schwierigere Zeit durchmachen müssen.