Unsere Sozialarbeiterin Evelyne berichtet

„In unserem Haus ist seit der Ausgangssperre viel los. Wir haben darüber nachgedacht, wie wir unsere Essensgewohnheiten verändern können, in dem wir zum einen viel mehr selbst anbauen und so zum anderen nicht so oft zum Einkaufen raus müssen. Wir haben weitere Beete angelegt und bauen dort Gemüse an.

Die Mädchen wollten auch gerne ein traditionelles Massai-Haus auf dem noch freien Gelände bauen, das sie an ihr Zuhause erinnert (und wohl dann auch das Heimweh bekämpft). Der Hausbau war eine richtige Lernaufgabe, auch für mich, denn vieles im Hausbau nach Massaiart war selbst für mich neu (dabei ist Evelyne selbst eine Massai, hatte aber bislang nur theoretische Kenntnisse.). Wir waren so stolz, als das Haus fertiggebaut war! Wir waren zusammen und haben für Gottes Bewahrung und Fürsorge gebetet und ihm gedankt.

Kenia ist weiterhin mit 320 offiziellen Fällen das von Corona am stärksten betroffene ostafrikanische Land. Es ist zu befürchten, dass sich im Kibera-Slum (Kenias größter Slum und der zweitgrößte in ganz Afrika) viele Menschen anstecken und erkranken. Gestern ging das Gerücht, dass es zu einer kompletten Ausgangssperre kommen soll, aber offiziell ist noch nichts bestätigt.“

Weitere Links zum Informieren sind:

„Auch die Heuschreckenplage setzt Kenia weiter zu. Wegen starker Regenfälle in der letzten Woche kamen jetzt noch große Überschwemmungen hinzu. Beides zusammen verschlechtert die Versorgungslage weiter. Seit neuestem tritt nun auch noch landesweit die „Nairobi-Fliege“ auf, deren Stich einen brennenden Schmerz verursacht. Gerne sticht sie ins Gesicht und in die Beine und viele Menschen wurden bereits gestochen.“

Nairobi Fliegen sind eigentlich 6-10 mm große schwarz-rote Käfer. Sie haben den Giftstoff Pederin, der von der Toxizität 12-15 mal stärker ist als das Gift von Kobra Schlangen. Doch wegen der sehr geringen Menge ist es nicht tödlich. Die Giftstoffe werden freigesetzt, wenn die Nairobi Fliege beim Stechen gestört oder getötet wird. Durch Reiben verteilt man die Giftstoffe auf der Haut und es gibt dabei Verbrennungen oder Muskelschäden in Form von Ausschlag. Es kann auch zu leichtem Fieber kommen. Der Patient fühlt 6-8 Stunden nach dem Auftreten der Rötung und dem Brennen der Haut ein Kribbeln. Nach 3 Tagen beginnt Schuppenbildung. Nach 5-7 Tagen sind die Schuppen abgegangen und die neue Haut kommt hervor. Bevorzugter Lebensraum sind verrottete Pflanzenteile, in die sie auch die Eier legen.