Einblicke in eine ugandische NGO – Tagebuch Jan Krause und Franziska Rehbein #4

TAG 4:

post4Heute war wieder ein Fieldtrip mit Noah geplant. Wir besuchten einige Familien gesponserter Kinder. Bei der Aufnahme der Kinder in das Sponsorenprogramm sehen die Sozialarbeiter oft, dass die ganze Familie in sehr armen Verhältnissen lebt. Deswegen wird auch den Familien geholfen. Das beinhaltet finanzielle Hilfe, medizinische Check Ups und Beratung und generelle Informationen darüber, wie sich die Familie mit einfachen Mitteln besser selbst versorgen kann.

Bei Ankunft in der ersten Familie war die Mutter überglücklich uns zu sehen. Wir durften in ihrem kleinen Haus auf einer Bank Platz nehmen. Sie nahm unsere Hände und dankte uns für unsere Arbeit und Unterstützung. Dabei kniete sie vor uns – ein Ausdruck von tiefem Respekt und Ansehen. Noah erzählte uns mehr über ihre Familie: Sie ist Mutter von zwölf Kindern, eins von ihnen hat über das MFB einen Sponsor in Deutschland gefunden. Ihr geht es gut, sie macht gerade eine Ausbildung. Die Mutter selber lebt mit AIDS. Sie ist auch Teil der Frauengruppe von MIFA.

Sie erzählte davon, wie MIFA ihr und ihrer Familie bereits geholfen hat:

„Ich bin so dankbar für die ganze Unterstützung, die wir bereits bekommen haben. Mein Kind ist glücklich, bekommt gute Bildung und kann Geld verdienen für ihre eigene Familie. Durch die Frauengruppe bei MIFA habe ich tolle Kontakte gemacht, mehr über meine Krankheit gelernt und kann jetzt ein normales Leben führen. Ich kann glücklich sein.“

Wir sind dann zusammen zu einer anderen Familie gefahren. Dort wurden sogar mit einem kleinen Freudentanz in Empfang genommen. Wir saßen zusammen und erzählten ein wenig. Auch diese beiden sind Eltern von elf Kindern. Auch diese Frau ist Teil der Frauengruppe und lebt mit AIDS. Sie haben uns auch ihren Hof gezeigt. Sie haben viele Kaffeepflanzen im Garten, den Kaffee verkaufen sie und sind sehr stolz darauf. Die Frau webt/bastelt Körbe aus Naturmaterialien und verkauft diese. Für einen großen Korb braucht sie ca. drei Tage – und bekommt dafür ein bisschen mehr als einen Euro. Sehr stolz wurden uns außerdem die Schweine präsentiert. Diese konnten sie sich von dem Geld leisten, was sie in der Frauengruppe von MIFA durch das Kuchen Backen und den anschließenden Verkauf erwerben konnten.

Auch dieser Tag war wirklich unglaublich spannend für uns. Wir konnten beobachten, wie ein solches Leben mit vielen Problemen im Alltag funktionieren kann. Und das schönste für uns: Die Familien und vor allem die Frauen waren glücklich! Einfach dankbar und freudestrahlend.