Einblicke in eine ugandische NGO – Tagebuch Jan Krause und Franziska Rehbein #1

Im Rahmen unseres Freiwilligendienstes in Uganda hatten wir die Chance, in die Arbeit einer NGO (Non-Governmental Organisation) reinzuschnuppern. Für eine Woche lang haben wir Mitarbeiter begleitet, Projekte kennengelernt und gesehen, wie eine solche Organisation die Kinder vor Ort unterstützt. Und davon wollen wir berichten…

TAG 1:

Am Montagmorgen trafen wir beide gegen 8 Uhr im Büro von MIFA ein. MIFA ist eine Abkürzung und steht für MISSION FOR ALL. Wir wussten nicht genau, was uns erwarten wird, aber kurz nach der Ankunft war klar: Das wird sicher ein spannender Tag! Begrüßt wurden wir von dem Executive Director Stephen Mutyaba. Nach eine supernetten Vorstellung ging es erstmal zum Morning Prayer. Der christliche Grundgedanke ist eines der Fundamente, auf das sich die Organisation stützt  und somit auch Teil des täglichen Lebens im Büro.

Beim Morning Prayer haben wir das gesamte MIFA Team kennengelernt: Verwaltungsangestellte, mehrere Sozialarbeiter und sogar den „Watchman“. Zusammen haben wir gesungen, eine Bibelstelle gelesen und sie mit unserem Leben in Verbindung gebracht. Danach noch ein schnelles Meeting „Was passiert in dieser Woche? Was sind unsere Pläne und Ziele?“ und dann verschwand jeder wieder in seinem Büro. Wir folgten Stephen in sein Büro. Dort gab er uns tiefere Einblicke in die Organisation und erzählte uns von seiner Arbeit. Auch den ganzen weiteren Tag über durften wir Mitarbeiter in ihren Büros besuchen und dort mehr über ihre Arbeit erfahren.

  • Die Patenschaften: Die Kinderpatenschaften leisten einen sinnvollen Beitrag zur Entwicklungshilfe, denn die Kinder können dank der Schulbildung als qualifizierte Kräfte in Handwerk und Verwaltung, im Pflege- und Erziehungswesen und in vielen weiteren Berufen wertvolle Hilfe beim Aufbau ihres Landes leisten. Ziel unserer Bemühungen ist es, bedürftigen Waisen- und Halbwaisenkindern in Uganda den Schulbesuch und ggf. auch eine Berufsausbildung zu ermöglichen, damit sie als Erwachsene selbstständig leben können.

 

  • Frauengruppe: Bei der Aufnahme der verschiedenen Kinder in das Sponsoren Programm haben die Sozialarbeiter gemerkt, dass auch viele Familien in großer Armut leben und Unterstützung im Alltag gebrauchen könnten. Unter diesen Familien hat sich eine Frauengruppe zusammen getan – eine Gruppe HIV positiver Frauen, die einmal im Monat zusammenkommt. Zusammen können sie sich selber Tipps geben für den Alltag, bekommen medizinische Beratung und backen zusammen Kuchen, die dann verkauft werden. Von dem Erlös können sich die Frauen Dinge für ihren Alltag kaufen – Tiere zur Selbstversorgung, Saatgut oder auch Klamotten.

 

  • Das Straßenkinder Projekt „Ebenezer“: Das Projekt „Ebenezer“ bietet Straßenkindern ein Zuhause und versorgt sie und gibt ihnen wieder Hoffnung für ihr junges Leben. Unser Programm für Straßenkinder ist Teil eines Gesamtkonzepts, das die Entwicklungsmöglichkeiten eines Kindes und seines sozialen Umfeldes berücksichtigt. Unser Ziel ist die Gewährleistung einer guten schulischen bzw. handwerklichen Ausbildung und die Re-Integration der Kinder in ihre (Pflege-) Familien. Unsere Arbeit geschieht in enger Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen. Jedes Jahr finden 30 ehemalige Straßenkinder im Haus Ebenezer ein neues Zuhause. Die Gruppe nennt sich „Ebenezer-Club“, was so viel bedeutet wie „Gott hat geholfen“. Statt auf der Straße herumzulungern und zu klauen, gehen sie jetzt in die nahegelegene Schule und helfen ganz selbstverständlich mit bei der Hausarbeit.

 

Am Ende des Tages haben wir aber vor allem eines kennengelernt. Ein tolles Team engagierter Angestellter, die sich für ihre Anliegen und Projekte einsetzen und stark machen. Wir hatten das Gefühl „Wow, die können bestimmt richtig was bewegen“. Und davon wollen wir uns in den nächsten Tagen dann selbst überzeugen.